Was ist ein Konzept?

Ein paar grundlegende Gedanken zu Online-Konzepten.

Ein Konzept ist zunächst eine Idee von etwas und davon, wie es sich verhält oder wozu es da sein könnte.

Das Konzept eines Baums z.B. könnte in Schlagworten sein: Pflanze, Stamm, Äste, Blätter, wächst draußen, Holz, Vogel sitzt drin. Etwas schwieriger zu beschreiben sind sind abstrakte Dinge, z.B. "Freiheit":"die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt allgemein einen Zustand der Autonomie des Subjekts." (http://de.wikipedia.org/wiki/Freiheit).

Erweitert ist ein Konzept eine gemeinsame Idee von etwas, eine Vorstellung die jeder versteht, ohne zunächst einen ganz konkreten Gegenstand oder dessen Umsetzung vor Augen zu haben. In der Arbeits- und Projektwelt beschreibt ein Konzept das Ziel des Jobs, ist Leitlinie für die Umsetzung, definiert was getan wird und wie.

Strategische Leitplanke

Unternehmen, Projekte, Jobs haben Ziele. Wie das Ziel erreicht wird, lässt sich meist nicht vorab bis ins kleinste Detail planen. Gerade deswegen ist es wichtig zu wissen, wohin die Reise gehen soll: Warum dieses Projekt? Was macht das Unternehmen? Wozu dieser Job?

Die Zieldefinition ist die Basis, entlang der Unternehmen und Projekte handeln (zumindest sollten sie das). (Zum Beispiel: "Wir wollen einen Webshop launchen um online ein erweitertes Sortiment für neue Zielgruppen anzubieten."). Sie ist auch die Grundlage für das Konzept: Die Konzeption eines Projekts legt die Marschrichtung für die Umsetzung der Schritte fest, die getan werden, um das Ziel zu erreichen. Sie bildet den Rahmen für sämtliche Maßnahmen, Teilprojekte, und Aufgaben die erledigt werden müssen. (Im Beispiel u.a. die Auswahl der Shop-Plattform, Anbindung an interne Systeme und Prozesse, Design, Bewerbung etc.). Neben den inhaltlichen oder funktionalen Aspekten enthalten Konzepte oft auch logische und zeitliche Komponenten: Es beschreibt die Methodik und Vorgehensweise bei der Arbeit im Projekt. (Im Beispiel macht es Sinn, einzelne Funktionen nach und nach zu definieren, testen und dann in den Livebetrieb zu übernehmen - so wird das Projekt "Shop-Launch" übersichtlicher und planbarer.)

Regeln

Etwas weiter gefasst beschreibt ein Konzept Leitsätze und Prinzipien auf der Meta-Ebene. Projekte brauchen solche Regeln in erster Linie um zu entscheiden, was nicht getan wird oder wozu das Projektergebnis nicht dient. Anders ausgedrückt: Um Umwege zu vermeiden, sprich: um unnötige Kosten zu sparen. Wenn wir unseren Shop implementieren wollen, geht es erstmal darum, Produkte zu verkaufen, nicht darum sie zu bewerten. Ein Prinzip ist in diesem Fall auch, "wir wollen neue Zielgruppen ansprechen", d.h. wir können nicht unbedingt aus bekanntem Verhalten schließen.

Auch Eigenschaften und Beziehungen/Kontexte sind Regeln. In unserem Shop kommt es z.B. auf eine ausgefeilte Präsentation des Sortiments an - was müssen wir dabei beachten? Wie verhält sich unser Shop zum Wettbewerb?

Werkzeug

Ein sehr grundlegender Punkt: Ein Konzept ist ein Werkzeug. Es ist ein Bauplan für ein Vorhaben, sprich: sein Wert liegt im Anwendungsbezug.

Ein Architekt, der ein Haus entwirft, skizziert darin Fundament, tragende Wände, Türen & Fenster, Versorgungsleitungen etc. so, dass Bauleiter und Handwerker ein funktionierendes Gebäude entlang dieses Plans bauen können und Materialien entsprechend einsetzen. Die Farbe der Wände im Wohnzimmer ist zunächst sekundär.

Ein kurzer Hinweis am Rande: Architekt (= Konzepter) und Bauleiter (= Projektleiter) können zwei unterschiedliche Personen sein. Für das Konzept heißt das: es muss eine gemeinsame Sprache haben, die alle Beteiligten verstehen.

Ähnlich im Projekt: Das Konzept ist je nach Detailgrad (Grob- oder Feinkonzept) Leitfaden für die Umsetzung. Als Werkzeug beantwortet das Konzept auch Fragen nach der Wahl der Mittel und beschreibt diese effektiv und effizient eingesetzt werden (z.B. Hardware, Software, Kundenwünsche). Es unterscheidet auf einer Skala von "Nice-to-Haves" über "Must-Haves" bis hin zu "Blockern", welche Funktionen und Features notwendig erforderlich sind, um das Projekt zu launchen (neudeutsch "Good-enough-Product" und "Minimal Marketable Features"). Im Shop-Beispiel ist eine funktionierende Zahlungsabwicklung erstmal wichtiger als die Möglichkeit für Kunden, verschiedene Lieferadressen zu speichern. Es beantwortet Fragen wie "Was passiert, wenn…?" (…z.B. ein Artikel ausverkauft ist).

Last but definitely not least: Konzepte sind eine Hilfe zur Ressourcenplanung für den Projektleiter. Aus dem Bauplan lassen sich Schätzungen für Aufwände und Zeitplanung ableiten.