Remote-Trainings - Was wir bisher gelernt haben

Für 2020 waren bereits erste Trainings gebucht und dann kam Corona. Also haben wir unsere Trainings auf Remote-Fähigkeit überprüft. Auch unsere Kundschaft reagierte schnell und zwar damit, remote-Trainings konkret nachzufragen.

Wir haben dabei eine Menge gelernt und möchten das mit euch teilen: In dieser Beitragsreihe schildert Sven die Herausforderungen und Learnings aus unseren ersten Remote-Trainings. Habt ihr Feedback? Teilt eure Gedanken mit uns : )

Teil 1: "Anforderungen an Infrastrukturen im Homeoffice

Teil 2: ”Interaktionen und Ablauf

Teil 3: "Wichtigste Learnings"

Teil 1: "Anforderungen an Infrastrukturen im Homeoffice"

Technische Infrastruktur

Gerade in größeren Unternehmen sehen wir oft Restriktionen mit Blick auf die IT-Infrastruktur. Firewalls sperren viele Ports, Webseiten müssen auf Whitelists stehen, damit sie erreichbar sind, bei Notebooks sind oft Kamera und Mikrofon deaktiviert usw. Wir mussten also zunächst einen Weg finden, die Anforderungen an die Infrastruktur so einfach wie möglich zu gestalten. Das mit Corona einhergehende Arbeiten im "Home Office" hat uns hierbei sehr geholfen, da die Teilnehmer:innen entweder sowieso von zuhause aus arbeiteten und ihre eigene Infrastruktur nutzen konnten, oder es durch die aktuell stark vereinfachten Home Office-Regelungen kein Thema war, ein dreitägiges Remote-Training von zuhause aus zu besuchen.

Wir geben unseren Teilnehmer:innen eine Liste mit notwendigen und empfohlenen Voraussetzungen an die Hand, die sich bewährt haben. Hier ist sie:

Notwendig:

Empfohlen:

Wir hatten auch Teilnehmer:innen mit nur einem Notebook dabei. Das hat auch funktioniert, allerdings kam es doch das eine oder andere Mal zu Verzögerungen, weil die Teilnehmer das richtige Fenster finden mussten.

Räumliche Infrastruktur

Natürlich gibt es zuhause sehr individuelle andere Herausforderungen: Kinder müssen betreut und versorgt werden, Partner:innen arbeiten ggf. auch von zuhause aus, der Hund muss mal raus, vielleicht gibt es räumliche Einschränkungen, etc. Die bisherigen Teilnehmer:innen haben diese Herausforderung hervorragend gelöst und es ist auch überhaupt kein Problem, wenn im Hintergrund mal Kinderstimmen zu hören sind, ein Kind in die Kamera winkt oder der Partner mal mit einem Becher Kaffee hinten durch’s Bild läuft. Im Gegenteil; es lockert das Training auf und schafft Gemeinschaft und Nähe.

Ein Teilnehmer hatte sich z.B. auf den verglasten Balkon zurückgezogen, im Hintergrund stand eine Schneiderpuppe und gelegentlich kam seine Frau herein, um etwas zu holen. Ein anderer saß in der Küche, einer hat zwischen Wohnzimmer und Terrasse gewechselt, alles kein Thema. Zusätzlich bietet zoom (siehe Tools) auch die Möglichkeit eines virtuellen Hintergrunds, so dass man hier sehr individuelle Zeichen setzen kann (“Winter is coming” :D )

Tools

Aus der Menge der verfügbaren Video-Conferencing-Systeme haben wir zoom ausgewählt. Zoom hat in der Vergangenheit mehrfach aus unterschiedlichen Gründen in der Kritik gestanden, die aus unserer Sicht aber inzwischen erledigt sind. Zoom bietet als eines von wenigen Tools einen entscheidenden Vorteil, den wir für die Trainings nutzen: Es gibt sogenannte Breakout-Röume, die der Trainer für die Arbeit mit kleineren Gruppen nutzen kann. Wir haben auch big blue button und jitsi getestet, sind aber aufgrund der Bildqualität und Stabilität bei Zoom geblieben. Besonders angenehm ist es auch, dass man alle Teilnehmer in der Gallery View auf einem Screen sehen kann und dass man ggf. Sessions lokal aufzeichnen kann.

Ein weiteres wichtiges Tool für unsere Trainings ist das Whiteboard-System miro. Dabei handelt es sich um ein sehr individuell einsetzbares Whiteboard, das einerseits als solches genutzt werden kann, auf dem man andererseits aber auch sehr komfortabel mit virtuellen Post-Its arbeiten kann. Es können beliebige Elemente (Fotos, PDFs, Videos, Sounds, …) hochgeladen und verwendet werden. Besonders angenehm ist es, dass man die einzelnen Trainingselemente in sogenannten Frames vorbereiten und anschließend als kompletten Frame zu Dokumentationszwecken herunterladen kann. Zusätzlich gibt es eine sehr große Menge an vorbereiteten Templates mit unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten, die man entweder direkt verwenden oder für die eigenen Zwecke anpassen kann.

Als Alternative zu Miro haben wir auch Conceptboard benutzt. Auch dies ist ein sehr gut nutzbares und intuitiv einsetzbares Whiteboardsystem, das Miro sehr ähnlich ist. Der Grund dafür, dass wir uns für Miro entschieden haben, liegt darin, dass viele unserer Kunden Miro bereits im Einsatz haben und dadurch noch weniger Einarbeitungsaufwand entsteht. Außerdem sind unsere Trainer inzwischen hervorragend mit Miro vertraut.

Als drittes Tools setzen wir Mentimeter ein. Dies eignet sich wunderbar, um in die visuelle Interaktion mit den Teilnehmern zu gehen. Man kann z.B. Umfragen vorbereiten, Word Clouds anzeigen lassen oder auch Quizzes durchführen. Die Teilnehmer:innen interagieren mit ihrem Smartphone oder über den Webbrowser und das Ergebnis wird sofort visualisiert und steht für Diskussionen oder Debriefings zur Verfügung. Außerdem kann man das Ergebnis anschließend exportieren und in die Trainingsdokumentation einbinden.

Es gibt noch eine Menge guter, individueller Tools, z.B. für Retrospektiven, Planning Poker oder auch spezielle Kreativitätstechniken. Eine sehr ausführliche und gepflegte Liste findet sich z.B. bei der Agile by Nature Community. Aus den bisherigen Trainings haben wir aber gelernt, dass zu viele Tools für Verwirrung bei den Teilnehmern sorgen können. Dazu kommt, dass man mit Miro entweder durch die Templates oder durch individuelle Frames fast alles Benötigte abbilden kann.

Teil 2: "Interaktionen und Ablauf"